Elisabeth Ludovika
Gemälde von Karl Wilhelm Wach
[Berlin 1787 – 1845 ebenda]

Elisabeth Ludovika [München 1801 – 1873 in Dresden],
Königin von Preußen, auch Elise benannt, ist die Namensgeberin des Elisenturms.
Ihre Hoheit geb. Kronprinzessin von Bayern wurde 1823 die Gemahlin seiner Hoheit
dem Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen

Der Elisenturm steht auf der Elisenhöhe 1 der höchsten Erhebung des Botanischen Gartens [230 m ü. M.] auf der Hardt in Wuppertal-Elberfeld. Er wurde um 1850 umgestaltet zu einem 21,40 m hohen Elisen-Aussichtsturm, rechts der Wupper auf der Nordseite des Hardtberges.
Seinen Namen erhielt der Turm zu Ehren von Elisabeth Ludovika von Bayern, genannt Elise, der Gemahlin Friedrich Wilhelms IV. von Preußen. Der Textil-Fabrikant und Stadtrat Engelbert Eller gründete 1820 auf der Hardt einen Landsitz mit Villa, Orangerie und Eller-Kontorhaus. 1838 ließ Engelbert Eller auf dem Fundament einer alten Windmühle aus dem Jahre 1812 den Turm umbauen zur Sternwarte mit weittragendem Teleskop.
Der Elisenturm in den 1840er Jahren
Der Elisenturm in den 1840er Jahren
Bei den Bürgern in der Eller-Ära war der Turm auch als Ellerturm geläufig.
Im schönen großen Kuppelsaal, so die Legende, noch in den 1940er Jahren soll die lustige Witwe Eller ihre „Nacktkulturen“, so wörtlich, zelebriert haben. Madame Eller übereignete das Anwesen dem Deutschen Roten Kreuz, das ihrerseits es 1907 der Stadt Wuppertal übertrug. Der dem Elisenturm umgebende Elisepark bzw. Ellerpark ist 1910 in den 1890 gegründeten Botanischen Garten eingegliedert worden.
Im Zweiten Weltkrieg diente der Elisenturm mit Späherhäuschen zur Aufklärung gegnerischer Fliegerstaffeln und Flugbomben-Geschwader. Auf dem Holz-Handlauf des Geländers waren rundum Metallschildchen mit nationalen und internationalen Städtenamen mit den Entfernungs-Anzeigen in Flug-Kilometern geprägt. Die Soldateska hatte ihre sanierungsbedürftigen Spuren hinterlassen. Angeblich.!.. baufällig wie die Presse am 10. September 1953 schrieb war der Elisenturm nie.
Elisenturm mit Schornstein und Späherhäuschen
Elisenturm mit Schornstein und Späherhäuschen
Nach dem Zweiten Weltkrieg – vom März 1946 bis 1954 bewohnte im Kindesalter mit seinen Eltern, der spätere Mode-Designer in der DOB, Werner LoeCherbach den Elisenturm. Ein direkter Zeitzeuge der Irrtümer klären konnte.
Modell 1964
Elisenturm mit Gerüst versehen.
Nach seiner grundlegenden Sanierung in den 1960er Jahren ist der Elisenturm heute im Rahmen von Führungen zugänglich. Der elegante, großartige Kuppelsaal ist über eine schmale Treppe, die paarweise nicht zu besteigen ist, bei Paaren sehr beliebt als Trausaal.
Elisenturm mit Gerüst versehen.
Späherhäuschen noch zu sehen.
heute

QuellenHinweise:
Lomberg, August: >Was uns die Hardt erzählt< c. 1928
Carl Wilhelm Wach: Elisabeth Ludovika v. Pr.
Mit freundlicher Genehmigung der SMPK.
Franz Koenen:>Die Elisenhöhe bei Elberfeld< 1840er Jahre, Lithographie.
Mit freundlicher Genehmigung des Historisches Zentrum Wuppertal
Postkarte Bbc 7:>W.-Elberfeld, Botanischer Garten< vor Angriff 1943
Ausschnitt: Elisenturm mit Späherhäuschen. Sammlung W. LoeCherbach
LoeCherbach, Werner: >Im Elisenturm – Zeitzeuge von 1946 – 1954<
General Anzeiger, 10. September 1963: >Auf der Hardt kann man bald fernsehen<
Elisenturm. Photo: Neumann, Zeis.
Mit freundlicher Genehmigung von Dr. S. Leckebusch vom Bergischen GeschichtsVerein

 

Copyright © 2012, Werner LoeCherbach

logo   Ethno-historische Erforschung
  früher Bügel-Instrumente